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India

Araku Valley

Hunderttausend Adivasi-Familien im Osten Indiens wurden überzeugt, auf kahlgeschlagenem Land Kaffee anzubauen. Heute gewinnt er Preise in Paris.

Süß und mild, mit Kakao, Trockenfrüchten und warmen Gewürzen, vollem Körper und sanfter Säure. Rund und zugänglich.

Grown at 900–1.100 m above sea level.

Was ihn besonders macht

Das Araku-Tal liegt in den Ostghats von Andhra Pradesh — weit entfernt von Indiens traditionellem Anbaugebiet in den Westghats. Dass es heute als Ursprung existiert, ist einem groß angelegten Wiederaufforstungs- und Hilfsprogramm für die indigenen Adivasi-Gemeinschaften zu verdanken.

Im Vergleich mit Karnataka

Indiens etabliertester Kaffeestaat trifft auf seinen neuesten. Karnataka blickt auf zwei Jahrhunderte Kaffeekultur, höhere Lagen und eine Gewürzgarten-Tradition zurück; Araku bietet ein Entwicklungsprojekt, niedrigere Lagen und eine jüngere Geschichte. Karnataka ist komplexer, Araku die faszinierendere Geschichte.

Wie der Ort den Geschmack prägt

  1. Shade: Anbau unter angepflanztem Blätterdach, bio und biodynamisch

    Dichter Schatten verlangsamt die Reifung und hält die Tasse mild und süß. Der Schatten ist hier kein Zufall — die Bäume waren das eigentliche Ziel des Projekts, und der Kaffee wächst unter ihnen.

  2. Altitude: 900–1.100 m in den Ostghats

    Für Arabica eher moderat, weshalb Araku eher mild als spritzig schmeckt. Schatten und sorgfältige Aufbereitung übernehmen hier die Arbeit, die sonst die Höhe leistet.

  3. Processing: Washed, auf Genossenschaftsebene mit erheblichen Investitionen in Schulungen

    Der wichtigste Qualitätshebel. Schätzungsweise Zehntausenden Kaffeebauern der ersten Generation eine konsistente Aufbereitung zu vermitteln, ist die eigentliche Errungenschaft dieser Region.

  4. Variety: Arabica-Selektionen, darunter S795 und indische Züchtungen

    Widerstandsfähige, krankheitsresistente indische Selektionen, die ideal für Kleinbauern und moderate Höhenlagen sind — sie bringen Körper und Süße statt Säure.

Kaffee als Wiederaufforstung

In den 1990er-Jahren begann eine Entwicklungsstiftung mit Adivasi-Familien in den Ostghats zu arbeiten. Das Programm verband Baumpflanzungen, biologische und biodynamische Schulungen sowie genossenschaftliche Strukturen — mit Kaffee als Einnahmequelle. Zig Millionen Bäume wurden gepflanzt, und der Kaffee — bio, im Schatten gewachsen und in Genossenschaftshand — erreichte schließlich den europäischen Specialty-Markt inklusive eines eigenen Marken-Cafés in Paris. Es ist eine der wenigen Herkünfte, bei denen Kaffee explizit Mittel zum Zweck ist: Das ökologische und soziale Programm stand an erster Stelle, die Nutzpflanze wurde zu dessen Finanzierung gewählt.

Zubereitung

Mild und vollmundig: hervorragend mit Milch, stark als Espresso und gutmütig im Filter. Kein Kaffee, bei dem man nach prägnanter Säure suchen sollte.

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