Cuba
Sierra Maestra
Kuba war einst einer der größten Kaffee-Exporteure der Welt. Doch sein nächstgelegener Hauptmarkt darf dort seit sechzig Jahren per Gesetz keinen Kaffee mehr kaufen.
Vollmundig und säurearm, mit dunkler Schokolade, Tabak und Melasse. Traditionell, altmodisch und wie gemacht für eine dunkle Röstung.
Grown at 800–1.200 m above sea level.
Was ihn besonders macht
Der Kaffee gelangte mit französischen Plantagenbesitzern in die Sierra Maestra, die vor der haitianischen Revolution flohen; die terrassierten Ruinen ihrer Anwesen zählen heute zum UNESCO-Welterbe. Die heutige kubanische Kaffeeproduktion ist nur noch ein Bruchteil früherer Zeiten – angebaut überwiegend in den östlichen Gebirgen, weitgehend in Handarbeit und fast ohne Zugang zu modernen Betriebsmitteln.
Im Vergleich mit Jamaica Blue Mountains
Karibische Nachbarn mit völlig unterschiedlichem Schicksal: Jamaika schützte seinen Namen, zertifizierte ihn und verkaufte die Ernte zu Höchstpreisen im Voraus nach Japan. Kuba verlor den Zugang zu seinem natürlichen Markt und die Produktion brach ein. Der Kaffee ist hier nicht die Variable – sondern die Politik.
Wie der Ort den Geschmack prägt
Altitude: 800–1,200 m in der Sierra Maestra
Moderat. Genug für eine gute Tasse, aber nicht genug für eine ausgeprägte Säure – was perfekt zum kräftigen, schokoladigen Stil passt, für den kubanischer Kaffee traditionell geröstet wird.
Processing: Washed, weitgehend von Hand mit minimaler Mechanisierung
Sorgfältig, wo genügend Arbeitskraft vorhanden ist; schwankend, wo nicht. Der Mangel an Geräten und Betriebsmitteln ist die größte Hürde für gleichbleibende Qualität.
Variety: Traditionelle Typica- und Bourbon-Linien
Alte Genetik, die eher durch die Isolation als aus freier Entscheidung erhalten blieb – süß, vollmundig und ertragsarm.
Shade: Schattenanbau auf historischen Terrassen im Bergwald
Verlangsamt die Reifung und verhindert in diesem Terrain die Bodenerosion, die sonst die Hänge kahlspülen würde.
Ein Markt, der verschlossen bleibt
Kuba exportierte weit über ein Jahrhundert lang Kaffee in großem Stil. Die Vereinigten Staaten – der nächstgelegene große Markt und der nahefragendste Abnehmer – sind dem Land seit Anfang der 1960er-Jahre durch das Embargo verschlossen. In den folgenden Jahrzehnten brach die Produktion stark ein, da Betriebsmittel, Maschinen und Arbeitskräfte knapp wurden. Was heute noch geerntet wird, geht in kleinen Mengen nach Japan und Europa oder wird im Land selbst getrunken. Es ist das deutlichste Beispiel dafür, dass das Schicksal eines Ursprungs von der Politik entschieden wird und nicht von der Landwirtschaft.
Zubereitung
Gemacht für eine dunkle Röstung und die Herdkanne (Moka) oder Espresso. Die geringe Säure sorgt dafür, dass er nicht sauer schmeckt – und er verträgt wunderbar Zucker, ganz so, wie er traditionell getrunken wird.
Trinkst du gerade einen davon?
Scanne die Tüte und Story of Coffee verrät dir, was drin steckt und wie du ihn am besten zubereitest – protokolliere jede Tasse, um die nächste zu verbessern.
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