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Laos

Bolaven Plateau

Französische Kolonialherren pflanzten vor einem Jahrhundert Kaffee auf diesem Plateau an, weil es sie an eine andere Heimat erinnerte. Dann gingen sie – und ein Krieg hinterließ Böden voller Blindgänger.

Süß und weich, mit Noten von Kakao, Karamell und einer sanften Steinobstsäure. Ausgewogen, rund und selten anstrengend.

Grown at 1.000–1.350 m above sea level.

Was ihn besonders macht

Das Bolaven-Plateau im Süden von Laos liegt hoch, ist vulkanisch und kühl – und macht praktisch die gesamte Kaffeeindustrie des Landes aus. Koloniale Plantagen legten den Grundstein, Jahrzehnte voller Konflikte und Isolation brachten den Anbau zum Erliegen, und die Organisation in Genossenschaften in den letzten zwanzig Jahren hat die Region Schritt für Schritt zu einem ernstzunehmenden Specialty-Origin aufgebaut.

Im Vergleich mit Chiang Mai Highlands

Zwei südostasiatische Hochland-Arabica-Herkünfte mit ähnlicher Höhe und vergleichbarem Vulkanboden. Thailand verfügte über ein königliches Entwicklungsprogramm, jahrzehntelange Investitionen und einen kaufkräftigen Binnenmarkt; Laos hatte Kolonialplantagen, einen Krieg und kaum Kapital. Thailands Kaffee wirkt eleganter – am Terroir liegt dieser Unterschied nicht.

Wie der Ort den Geschmack prägt

  1. Soil: Tiefe, fruchtbare Vulkanböden auf einem Hochplateau

    Der Grund, warum die Franzosen einst hier anpflanzten: Nährstoffreich und gut durchlässig bringen die Böden ein süßes, rundes Tassenprofil hervor.

  2. Altitude: 1.000–1.350 m

    Moderat, aber für diese Breitengrade spürbar kühl – das sorgt für eine langsamere Reifung, die reichlich Süße und eine weiche Säure hervorbringt.

  3. Variety: Typica und Bourbon aus Kolonialzeiten, dazu Catimor und robusta

    Ein gespaltenes Herkunftsland: Alte Arabica-Linien liefern die Specialty-Lots, während robusta für Masse sorgt. Wie in Vietnam existieren beide nebeneinander und sollten nicht über einen Kamm geschert werden.

  4. Processing: Washed und Natural in genossenschaftlichen Aufbereitungsanlagen

    Die genossenschaftliche Aufbereitung war der wichtigste Qualitätshebel – genau wie in Ruanda oder Timor-Leste. Sorgfältiges Waschen führt zu einer sauberen, süßen Tasse.

Kolonialer Anbau und die Folgen

Französische Kolonialherren brachten den Kaffeeanbau in den 1920er-Jahren auf das Bolaven-Plateau, angelockt von den fruchtbaren Vulkanböden und der Höhe. Nach der Unabhängigkeit verfielen die Plantagen, und Südlaos erlitt während des Vietnamkriegs extrem schwere Bombardements – Laos zählt pro Kopf zu den am stärksten bombardierten Ländern der Geschichte. Unexplodierte Munition schränkt die Bauern bis heute darin ein, welche Flächen sie sicher bewirtschaften können. Die Wiederbelebung des Kaffeeschaffens verlief aus Gründen langsam, die rein gar nichts mit Agronomie zu tun haben. Erst der Wiederaufbau durch Genossenschaften seit den 1990er-Jahren hat überhaupt wieder einen tragfähigen Sektor geschaffen.

Zubereitung

Süß und gutmütig beim Aufbrühen – hervorragend als Filterkaffee, wunderbar mit Milch. Unkompliziert im besten Sinne.

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