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Indonesia

Kintamani, Bali

Auf Bali wird Kaffee nach den Regeln einer hinduistischen Philosophie des Gleichgewichts angebaut – und das ganz gezielt an der Seite von Zitrusbäumen.

Für indonesischen Kaffee überraschend spritzig und klar, mit Zitrusnoten, süßen Gewürzen und mittlerem Körper. Spürbar fruchtiger als Sumatra oder Sulawesi.

Grown at 1.200–1.600 m above sea level.

Was ihn besonders macht

Kintamani liegt an den Hängen des Mount Batur im balinesischen Hochland. Der Kaffee unterscheidet sich in zwei Punkten vom Rest Indonesiens: Er wird meist als Fully Washed aufbereitet statt giling basah (Wet-Hulled), und er wächst in Mischkultur mit Zitrusfrüchten – was Erzeuger wie Einkäufer für seinen frischen, spritzigen Charakter verantwortlich machen.

Im Vergleich mit Aceh Gayo, Sumatra

Beide aus Indonesien, aber geschmacklich so weit voneinander entfernt wie nur möglich. Gayo ist nassgeschält (wet-hulled), erdig und schwer; Kintamani ist gewaschen, zitrussauer und klar. Wenn du denkst, dass dir indonesischer Kaffee nicht schmeckt, kennst du wahrscheinlich nur die eine Hälfte.

Wie der Ort den Geschmack prägt

  1. Processing: Fully washed, anders als im Großteil Indonesiens

    Der entscheidende Unterschied. Die gewaschene Aufbereitung statt Wet-Hulling hält das Tassenprofil klar und bewahrt die Säure – weshalb Bali spritzig-fruchtig schmeckt, wo Sumatra eher erdig ist.

  2. Shade: Mischkultur mit Zitrus- und anderen Bäumen nach den Regeln des Subak Abian

    Schatten verlangsamt die Reifung, und den Zitrusbäumen wird die charakteristische Frische der Region zugeschrieben. Ob dies eine direkte Aromaübertragung oder ein gemeinsames Terroir ist, bleibt umstritten – der geschmackliche Eindruck ist jedoch eindeutig.

  3. Altitude: 1.200–1.600 m an den Hängen des Mount Batur

    Gute Anbauhöhe auf vulkanischem Boden, die für Dichte und Säure sorgt, welche durch die gewaschene Aufbereitung erhalten bleiben.

  4. Soil: Junge Vulkanböden eines aktiven Vulkans

    Äußerst fruchtbar und gut durchlässig – fördert Süße und Körper.

Subak abian

Die balinesische Landwirtschaft organisiert sich in Subaks – jahrhundertealten Genossenschaften für das Wassermanagement, die der Philosophie des Tri Hita Karana folgen, einem hinduistischen Konzept der Harmonie zwischen Mensch, Natur und dem Göttlichen. Das Äquivalent für den Kaffeeanbau, Subak Abian, regelt die Trockenlandwirtschaft kollektiv und verzichtet historisch bedingt weitgehend auf chemische Düngemittel und Pestizide. Das Ergebnis ist ein Kaffee, dessen Anbauregeln aus einem religiösen Weltbild statt aus agronomischen Lehrbüchern stammen – und der folglich größtenteils biologisch angebaut wird.

Zubereitung

Klarer und spritziger als meister indonesischer Kaffee. Behandle ihn wie einen gewaschenen Kaffee aus Lateinamerika: Filterzubereitung, mittelfeiner Mahlgrad, mittlere Wassertemperatur.

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