← All guides

India

Karnataka

Der Überlieferung nach gelangte Kaffee nach Indien, als ein Pilger sieben Samen aus dem Jemen schmuggelte. Er pflanzte sie auf einem Hügel in Karnataka, der heute seinen Namen trägt.

Vollmundig und säurearm, mit Kakao, gerösteten Nüssen und warmen Backgewürzen. Arabica schmeckt hier weich und rund; der Robusta ist außergewöhnlich gut und oft gewaschen.

Grown at 900–1.500 m above sea level.

Was ihn besonders macht

Indischer Kaffee wächst im Schatten der Westghats, fast immer in Mischkultur mit Pfeffer, Kardamom und Arekanuss — ein Gewürzgarten, in dem zufällig auch Kaffeebäume stehen. Karnataka liefert den Hauptteil der nationalen Ernte; hier brach der Kaffee erstmals aus dem arabischen Monopol aus.

Im Vergleich mit Malabar Coast

Derselbe Bundesstaat, nur eine andere Entscheidung bei der Aufbereitung: Kaffee aus Karnataka wird konventionell getrocknet und schmeckt süß, würzig und schokoladig. Setzt man ihn in offenen Lagerhäusern dem Monsun aus, wird er zu Monsooned Malabar — schwer, holzig-muffig und völlig ohne Säure. Zwei der unterschiedlichsten Kaffees überhaupt stammen im Grunde von denselben Farmen.

Wie der Ort den Geschmack prägt

  1. Shade: Dichter zweistufiger Schatten, in Mischkultur mit Pfeffer, Kardamom und Arekanuss

    Das prägende Merkmal indischen Kaffees. Dichter Schatten verlangsamt die Reifung und senkt die Säure. Die Würznnoten in der Tasse sind keineswegs Einbildung — derselbe Boden und dieselben Hände bringen beides hervor.

  2. Variety: S795, Selection 9, Kent und Cauvery, dazu großflächiger Robusta-Anbau

    Die indische Züchtung brachte jahrzehntelang vor anderen Herkünften widerstandsfähige, rostresistente Linien hervor. Besonders S795 ist süß und vollmundig und gelangte bis nach Indonesien und Afrika.

  3. Altitude: 900–1.500 m in den Westghats

    Moderat. In Kombination mit dichtem Schatten sorgt dies für Körper und Süße statt Säure — indischer Arabica konkurriert nicht mit Kenia und versucht es gar nicht erst.

  4. Processing: Sowohl Washed als auch Natural, einschließlich gewaschenem Robusta

    Indien ist eine der wenigen Herkünfte, die Robusta fachgerecht wäscht. Gewaschener indischer Robusta schmeckt deutlich sauberer und süßer als die Masse an ungewaschenem Robusta, die die meisten kennen.

  5. Rain & humidity: Der Südwestmonsun mit einer langen Regenzeit

    Reichlicher Regen speist das Schattensystem. Zudem liefert er die Basis für das Monsooning — das Verfahren, durch das unweit entfernt der Malabar-Kaffee entsteht.

Sieben Samen im 17. Jahrhundert

Der Jemen schützte sein Monopol, indem er nur geröstete oder gekochte Bohnen exportierte, die nicht mehr keimen konnten. Die Überlieferung erzählt von einem Sufi-Pilger namens Baba Budan, der sieben keimfähige Samen aus Mokha mitbrachte und in den Hügeln von Karnataka pflanzte. Wie auch immer die Details aussehen: Um diese Zeit verließ der Kaffee Arabien, und Indien war einer der ersten Orte, an denen er Wurzeln schlug. Die Hügelkette trägt bis heute seinen Namen. Jeder Kaffeebaum in Amerika stammt von Schmuggelware wie dieser ab.

Zubereitung

Körperbetont und säurearm: hervorragender Espresso und die traditionelle Basis für südindischen Filterkaffee mit Zichorie und heißer Milch. Nur schwer sauer zu bekommen.

Trinkst du gerade einen davon?

Scanne die Tüte und Story of Coffee verrät dir, was drin steckt und wie du ihn am besten zubereitest – protokolliere jede Tasse, um die nächste zu verbessern.

Kostenlos starten
Story of Coffee
Story of Coffee