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Honduras

Marcala

Honduras baut mehr Kaffee an als jedes andere Land Zentralamerikas — doch die längste Zeit konnte kaum jemand auch nur eine einzige Herkunftsregion benennen. Marcala hat das als Erstes geändert.

Süß und ausgewogen, mit Karamell, Vollmilchschokolade und Steinobst sowie einer weichen, runden Säure. Eine harmonische, gefällige Tasse.

Grown at 1.200–1.600 m above sea level.

Was ihn besonders macht

Marcala liegt im Hochland von La Paz an der Grenze zu El Salvador und etablierte sich als erste honduranische Region als eigenständiger Name — der Beweis für ein Land, das seinen Kaffee bis dahin nur anonym in großen Mengen verkauft hatte.

Im Vergleich mit Huila

Beides sind gewaschene Kleinbauernkaffees aus ähnlicher Höhe, die süße, ausgewogene und gefällige Tassen hervorbringen — und beide bieten hervorragenden Gegenwert. Huila hat etwas mehr Frucht und das renommiertere Profil; Marcala zeigt, wie Honduras schmeckt, wenn es sich nicht mehr hinter Anonymität versteckt.

Wie der Ort den Geschmack prägt

  1. Altitude: 1.200–1.600 m im Hochland von La Paz

    Echtes Hochland: genug Höhe für eine klare Säure und Dichte, ohne die Schärfe extremerer Höhenlagen weiter südlich.

  2. Soil: Mineralstoffreiche Bergböden, häufig biologisch bewirtschaftet

    Marcala hat eine ungewöhnlich hohe Dichte an zertifizierten Bio-Kleinbauern, was sich ebenso stark auf Preis und Marktzugang auswirkt wie auf den Geschmack.

  3. Processing: Washed, auf kleinbäuerlichen Betrieben und in Kooperativen

    Klar und transparent, wodurch die karamellige Süße voll zur Geltung kommt. Die Qualität honduranischen Kaffees scheiterte historisch selten am Anbau, sondern meist an der Trocknungsinfrastruktur im feuchten Klima.

  4. Rain & humidity: Eine ausgeprägte Trockenzeit, obwohl die Luftfeuchtigkeit die Trocknung zur Schwachstelle macht

    Den Kaffee trocken zu bekommen, bevor er ungewollt fermentiert, ist das Dauerproblem des Landes. Investitionen in die Trocknung haben hier die größten Qualitätssprünge bewirkt.

  5. Variety: Catuaí, Bourbon, Typica, dazu Lempira und Parainema zur Rostresistenz

    Besonders Parainema — eine honduranische Züchtung, die vom Timor-Hybrid abstammt — überzeugt in der Tasse überraschend gut für eine rostresistente Linie, was keineswegs auf alle solchen Varietäten zutrifft.

Die erste Herkunftsbezeichnung von Honduras

Jahrzehntelang war Honduras zwar der größte Produzent Zentralamerikas, aber auch der namenloseste — sein Kaffee wurde unabhängig von der Qualität als anonymer Rohstoff gehandelt. Marcala erlangte als erste Region des Landes eine geschützte Herkunftsbezeichnung, definierte Anbaugebiet, Höhe sowie Standards und gab Käufern endlich etwas Konkretes an die Hand. Es war derselbe Schritt, den Nariño in Kolumbien und Antigua in Guatemala machten — und der sich seitdem in ganz Honduras wiederholt: die schrittweise Entdeckung von Regionen, deren Namen man sich merken sollte.

Zubereitung

Fehlerverzeihend und süß, gleichermaßen gut für Espresso wie Filter. Ein vernünftiger Alltagskaffee, der meist weit unter seinem geschmacklichen Wert gehandelt wird.

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