Guatemala
Huehuetenango
Ein heißer Wind weht von den mexikanischen Ebenen über diese Berge. Er ist der einzige Grund, warum Kaffee in Guatemala auf dieser Höhe wachsen kann, ohne zu erfrieren.
Spritzige Zitrus- und Steinobstnoten auf Kakao, mit einem volleren Körper, als die Säure vermuten lässt. Der fruchtbetonteste Kaffee Guatemalas.
Grown at 1.500–2.000 m above sea level.
Was ihn besonders macht
Huehuetenango ist Guatemalas höchste nicht-vulkanische Kaffeeregion – was eigentlich unmöglich sein sollte. In diesen Höhenlagen würde Frost normalerweise die Ernte vernichten, aber trockene, heiße Luft aus den Tehuantepec-Ebenen in Mexiko, der viento caliente, verhindert, dass sich die Kälte festsetzt. Ein Wetterphänomen im Nachbarland macht diesen Kaffee erst möglich.
Im Vergleich mit Antigua
Antigua steht für vulkanischen Bimsstein, ein geschütztes Tal und ein Profil aus Schokolade und Gewürzen. Huehuetenango bietet Kalkstein, offene Berge, einen ausländischen Wind und Noten von Zitrus und Steinobst. Dasselbe Land, dieselben Varietäten, dieselbe Washed-Aufbereitung – und doch schmecken sie wie zwei verschiedene Kontinente.
Wie der Ort den Geschmack prägt
Temperature: Trockene, heiße Winde aus den mexikanischen Ebenen, die den Frost aus den Höhenlagen fernhalten
Der entscheidende Faktor. Ohne ihn würden Farmen oberhalb von etwa 1,800 m in einem schlechten Jahr durch Frost zerstört. Mit ihm erreicht Huehuetenango Höhenlagen, die eine Säure hervorbringen, die keine andere guatemaltekische Region erreicht.
Altitude: 1,500–2,000 m
Das obere Ende des guatemaltekischen Kaffeeanbaus. Die langsame Reifung sorgt für dichte Bohnen und den spritzigen Zitruscharakter, der Huehue von den schokoladigeren Regionen des Landes unterscheidet.
Processing: Washed, auf tausenden hofeigenen Nassmühlen
Da jede Farm selbst verarbeitet, bleiben die Lots bis zum Export getrennt. Diese Rückverfolgbarkeit ist der Grund, warum so viel Wettbewerbskaffee aus dieser Region stammt – und warum die Qualität von Farm zu Farm variiert, anstatt sich im Durchschnitt anzugleichen.
Soil: Kalksteinböden in den Cuchumatanes, nicht vulkanisch
Ungewöhnlich für Zentralamerika und einer der Gründe, warum Huehuetenango anders schmeckt als Antigua. Gut entwässernd und weithin verantwortlich für den ausgeprägten Fruchtcharakter der Region.
Variety: Bourbon, Caturra, Catuaí, stellenweise auch Pache
Dieselben Varietäten wie im Rest Guatemalas – und genau das ist der Punkt. Wenn die Varietäten identisch sind, die Tasse aber völlig anders schmeckt, kommt der Unterschied durch Höhe, Wind und Boden zustande.
Rain & humidity: Eine ausgeprägte Trockenzeit während der Ernte von Januar bis April
Trockenes Ernte- und Trocknungswetter schützt die feinen Fruchtnoten; feuchte Trocknungsbedingungen würden sie ins Matte und Flache verdichten.
Zu abgelegen für eine zentrale Mühle
Huehuetenango ist bergig und extrem abgelegen. Während der längsten Zeit der Kaffeegeschichte gab es keine Infrastruktur, um Kirschen vor dem Verderb zu einer zentralen Mühle zu transportieren. Deshalb bauten die Produzenten ihre eigenen – kleine Nassmühlen, Farm für Farm, tausendfach. Was als logistische Notwendigkeit begann, wurde zum Wettbewerbsvorteil: Als Specialty-Einkäufer wissen wollten, wessen Kaffee sie genau in der Tasse hatten, konnte Huehuetenango liefern – weil die Kaffees von Anfang an nie miteinander vermischt worden waren.
Zubereitung
Lebendig, aber mit gut ausbalanciertem Körper, sodass er ein breiteres Brühfenster toleriert als etwa ein Kenianer oder ein Nariño. Im Filter zeigt sich die Frucht; als Espresso tendiert er eher zu roten Früchten und Kakao – kein schlechter Deal.
Trinkst du gerade einen davon?
Scanne die Tüte und Story of Coffee verrät dir, was drin steckt und wie du ihn am besten zubereitest – protokolliere jede Tasse, um die nächste zu verbessern.
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