Guatemala
Cobán
Fast jede Kaffeeregion wünscht sich eine trockene Erntezeit. In Cobán hingegen hört ein feiner Nieselregen beinahe nie auf – und die Einheimischen haben sogar ein eigenes Wort dafür.
Weinartig und fruchtig, mit Pflaume, Kakao und einer weichen, würzigen Säure – die wohl "un-guatemaltekischste" Region des Landes.
Grown at 1.300–1.500 m above sea level.
Was ihn besonders macht
Cobán in Alta Verapaz ist Guatemalas Regenwald-Kaffeeregion: kühl, bewölkt und so nass, wie man es überall sonst als Problem betrachten würde. Der ständige feine Nieselregen, bekannt als chipi-chipi, prägt sowohl die Reifezeit als auch die Herausforderungen bei der Trocknung.
Im Vergleich mit Antigua
Guatemalas trockenste berühmte Region im Vergleich zu seiner feuchtesten. Antigua bietet vulkanischen Bimsstein, ein geschütztes Tal und eine klare Tasse mit Kakao- und Gewürznoten; Cobán hat Kalkstein, Dauerregen und ein weinartiges, pflaumiges Profil. Beide verarbeiten Washed, beide nutzen Bourbon und Caturra – das Wetter erledigt den Rest.
Wie der Ort den Geschmack prägt
Rain & humidity: Dauerhafter Nieselregen und hohe Luftfeuchtigkeit fast das ganze Jahr über
Der entscheidende Faktor. Ständige Feuchtigkeit und Bewölkung verlängern die Reifung, was die Pflaumen- und Weinnoten hervorbringt – und die Trocknung zum zentralen technischen Problem der Region macht.
Altitude: 1,300–1,500 m
Niedriger als Antigua oder Huehuetenango, aber das kühle, bewölkte Klima gleicht dies aus: Der Kaffee verhält sich geschmacklich so, als wüchse er höher – ganz ähnlich wie bei Kona oder den Galápagos-Inseln.
Processing: Washed, häufig mit mechanischer Trocknung
Sonnentrocknung ist hier unzuverlässig, weshalb die Produzenten guardiolas nutzen. Das ist eine pragmatische Antwort auf das Klima und keine Abkürzung – doch wenn es schlecht gemacht wird, schmeckt der Kaffee flach.
Soil: Kalkstein- und Tonböden statt vulkanischem Untergrund
Ungewöhnlich für Guatemala und einer der Gründe, warum Cobán anders schmeckt als seine vulkanischen Nachbarn.
Kaffee im chipi-chipi
Alta Verapaz wurde im 19. Jahrhundert größtenteils von deutschen Einwanderern für den Kaffeeanbau erschlossen, die ihre Fincas in einer dauerhaft bewölkten und feuchten Region errichteten. Der chipi-chipi – ein feiner, fast ununterbrochener Nieselregen – verlängert die Reifung und verleiht Cobán seinen charakteristischen, weinartigen Charakter. Allerdings macht er die Trocknung extrem schwierig: Während der Rest Guatemalas auf Patios setzt, ist die mechanische Trocknung hier Alltag. Es ist das prägnanteste Beispiel Guatemalas dafür, dass die größte Schwäche einer Region zugleich ihr Markenzeichen ist.
Zubereitung
Weinartig und weich: Im Filterkaffee kommt die Frucht am besten zur Geltung. Die etwas verhaltenere Säure macht ihn verzeihender in der Zubereitung als die Hochlandkaffees Guatemalas.
Trinkst du gerade einen davon?
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