Brazil
Mogiana
Diese Region baute die Eisenbahn, die den Hafen baute, der Brasilien zum größten Kaffeeproduzenten der Erde machte.
Süß und nussig, mit Vollmilchschokolade, Haselnuss und einer sanften, zurückhaltenden Säure. Klassisch brasilianisch, mit etwas mehr Süße als die Hochebene.
Grown at 900–1.200 m above sea level.
Was ihn besonders macht
Mogiana erstreckt sich über die Grenze zwischen São Paulo und Minas Gerais auf den roten Terra-Roxa-Böden, die São Paulo zum Zentrum des Kaffeebooms im 19. Jahrhundert machten. Das ist altes Kaffeeland – die Landschaft der Kaffeebarone, der eingewanderten Arbeitskräfte und der Eisenbahn nach Santos.
Im Vergleich mit Cerrado Mineiro
Die alte brasilianische Kaffeeregion und die neue. Mogiana besitzt den besseren Boden und die längere Geschichte; Cerrado bietet flaches Terrain, Mechanisierung und ein so geringes Frostrisiko, dass die Industrie nach 1975 dorthin zog. Mogiana schmeckt etwas süßer und lebendiger; Cerrado ist beständiger.
Wie der Ort den Geschmack prägt
Soil: Terra roxa – tiefe, eisenreiche rote Basaltböden
Außergewöhnlich fruchtbar und der Grund, warum diese Region zuerst bepflanzt wurde. Anders als die kargen Cerrado-Böden weiter nördlich ist die Fruchtbarkeit Mogianas ein echter Teil ihrer Geschichte.
Altitude: 900–1.200 m auf sanften Hügeln
Etwas höher und hügeliger als das Plateau, was für ein wenig mehr Süße und eine Nuance mehr Säure als im Cerrado sorgt.
Processing: Natural und Pulped Natural, sonnengetrocknet
Wie in ganz Brasilien erzeugt das Trocknen der Bohne in der Frucht den Schokoladen- und Nusscharakter sowie den schweren Körper.
Variety: Mundo Novo, Catuaí und Yellow Bourbon
Mundo Novo wurde selbst in São Paulo selektiert – eine Kreuzung aus Bourbon und Typica, die zu einer der meistangepflanzten Varietäten Brasiliens wurde.
Die Eisenbahn und der Hafen
Der Kaffeereichtum des 19. Jahrhunderts in São Paulo finanzierte die Mogiana-Eisenbahn, die gebaut wurde, um Kaffee aus dem Landesinneren hinunter zum Hafen von Santos zu transportieren. Diese Infrastruktur – Schienen zu einem Tiefseehafen – ist ein Hauptgrund dafür, dass Brasilien die Kaffeeproduktion in einem Ausmaß skalieren konnte wie keine Konkurrenz. Santos ist bis heute der Referenzname für die Einstufung brasilianischen Kaffees. Auf den Plantagen arbeiteten zunächst versklavte Menschen und nach der Abschaffung der Sklaverei 1888 zahlreiche europäische sowie spätere japanische Einwanderer, deren Nachkommen die Region heute weitgehend bewirtschaften.
Zubereitung
Süß, nussig und säurearm: hervorragend als Espresso und Milchkaffee, sehr fehlerverzeihend. Dunkle Röstungen stehen ihm gut, obwohl er bei mittlerer Röstung mehr Süße bewahrt.
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