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Brazil

Sul de Minas

Der Wettbewerb, der der Welt beibrachte, für Kaffee einzelner Farmen mehr zu zahlen, wurde genau hier erfunden – in einem Land, von dem alle dachten, es produziere nur Massenware.

Vollmilchschokolade und geröstete Nuss mit mehr Süße und einer lebendigeren Säure als im Cerrado – das gleiche brasilianische Fundament, nur deutlich aufgedreht.

Grown at 700–1.350 m above sea level.

Was ihn besonders macht

Sul de Minas ist das größte Kaffeeanbaugebiet Brasiliens. Anders als das flache Cerrado-Plateau ist es sanft hügelig, geprägt von kleineren Farmen und einer weit selektiveren Handernte. Hier hört Brasilien auf, reine Rohstoffware zu produzieren, und beginnt, Wettbewerbe zu gewinnen.

Im Vergleich mit Cerrado Mineiro

Benachbarte Regionen im selben Bundesstaat – und das beste Beispiel dafür, was das Terrain ausmacht. Cerrado ist flach, hochmechanisiert und extrem homogen – eine hervorragende Blend-Basis. Sul de Minas ist hügelig, von Hand geerntet und vielschichtiger. Das ist nachteilig für Großeinkäufer, die zehn identische Container brauchen, aber ideal für jeden, der herausragenden Kaffee von einer einzelnen Farm sucht.

Wie der Ort den Geschmack prägt

  1. Altitude: 700–1.350 m in hügeliger Landschaft

    Ein breiteres und insgesamt höheres Spektrum als im Cerrado. Durch die Hügellage liegen die einzelnen Farmen auf sehr unterschiedlichen Höhenmetern. Diese Vielfalt ist der Grund, warum Sul de Minas aus ein und derselben Region sowohl Massenware als auch preisgekrönte Wettbewerbslots hervorbringt.

  2. Processing: Natural und Pulped Natural, mit selektiverer Ernte als auf der mechanisierten Hochebene

    Gelände, das den Einsatz von Maschinen erschwert, erzwingt mehr Handarbeit – so landet letztlich deutlich mehr wirklich reife Kirsche auf den Trockenbetten. Die Reife bei der Ernte ist der größte Qualitätspfeiler bei brasilianischem Kaffee überhaupt, und genau hier sticht Sul de Minas den Cerrado aus.

  3. Temperature: Warme Tage, kühle Nächte und ein ausgeprägter trockener Winter

    In den höher gelegenen Farmen reichen die Tag-Nacht-Temperaturunterschiede aus, um eine spürbare Säure aufzubauen – weshalb die besten Lots aus Sul de Minas frischer und lebendiger schmecken, als man es von brasilianischem Kaffee erwarten würde.

  4. Variety: Yellow Bourbon, Mundo Novo, Catuaí und Acaiá

    Vor allem Yellow Bourbon ist die Basis vieler Wettbewerbslots – süßer und eleganter als die ertragsstarken Standardsorten, lohnt sich wegen des geringeren Ertrags aber nur, wenn ohnehin selektiv von Hand geerntet wird.

  5. Rain & humidity: Eine verlässliche trockene Erntezeit

    Macht die Natural-Aufbereitung wie überall in Brasilien zum Standard. Die Süße und der Körper entstehen dadurch, dass das Fruchtfleisch an der Bohne trocknet, und nicht durch Besonderheiten des Bodens.

Der erste Cup of Excellence, 1999

1999 wurde in Brasilien ein Wettbewerb ins Leben gerufen, um die besten einzelnen Mikrolote des Landes zu finden, sie von einer internationalen Jury blind verkosten zu lassen und die Gewinner online zu versteigern. Die Idee, dass der Kaffee einer einzelnen Farm ein Vielfaches des Weltmarktpreises wert sein könnte, war damals keineswegs selbstverständlich – am wenigsten in Brasilien. Der Cup of Excellence wurde in der Folge in Erzeugerländern in ganz Lateinamerika und Afrika ausgetragen und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Instrumente, um Kaffeebauern direkt für Qualität zu belohnen. Und alles begann in dem Land mit dem am wenigsten romantischen Kaffee-Image.

Zubereitung

Süß, schokoladig und unkompliziert wie Cerrado, aber mit genug Säure, um auch als Filterkaffee zu glänzen, anstatt nur in Milch zu verschwinden. Ein perfekter Einstiegskaffee für alle, die von Supermarkt-Blends zu Single-Origin-Kaffees wechseln möchten.

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